Wegerecht, Hammergrundstück, Hinterliegergrundstück

Sie spielen mit dem Gedanken ein Grundstück oder eine Immobilie zu erwerben und sind dabei über diese Begriffe gestolpert? Wer beabsichtigt ein Hinterliegergrundstück zu erwerben sollte sich vor dem Kauf eingehend mit diesem Thema beschäftigen!

Was ist ein Hinterliegergrundstück? 

Ein Hinterliegergrundstück ist durch ein anderes Grundstück von der Straße getrennt und hat somit keinen eigenen Straßenanschluss. Meistens entsteht es durch die Teilung eines größeren Grundstücks. Das vordere Grundstück bezeichnet man in diesem Fall als dienendes Grundstück, das Hinterliegergrundstück als herrschendes Grundstück.  

Was ist ein Wegerecht? 

Ein Wegerecht beschreibt das Recht, einen Weg, der über ein fremdes Grundstück führt zum Durchfahren oder Durchgehen zu nutzen. Ein solches Wegerecht kann unterschiedlich begründet werden. Beispielsweise kann dies zwischen zwei Parteien in einem Vertrag geregelt werden. Dies bietet jedoch dem Hinterliegergrundstück kaum Rechtssicherheit. Die bessere Alternative ist daher das Wegerecht für das betreffende Grundstück als Grunddienstbarkeit in das Grundbuch eintragen zu lassen. Dies bietet bedeutend mehr Rechtssicherheit und hat den Vorteil, das das Wegerecht auch bestehen bleibt, wenn ein Eigentümerwechsel bei einem der beiden Grundstücke erfolgt.  

Hat der Eintrag der Grunddienstbarkeit Nachteile? 

In der Tat hat die Grunddienstbarkeit und auch das Wegerecht generell für das vordere, also das dienende Grundstück, Nachteile, denn durch das Wegerecht hat der vordere Grundstücksbesitzer sein Grundstück nicht zur freien Verfügung, da die Zufahrt für das hintere Grundstück freigehalten werden muss. Auch die Grunddienstbarkeit wirkt sich negativ auf den Wert des vorderen Grundstücks aus, da die Lastenfreiheit im Grundbuch durch die Bestellung der Grunddienstbarkeit nicht mehr gegeben ist. Auch stellt sich bei einem Wegerecht immer die Frage wer zum Beispiel für die Kosten aufkommt, sollte das Einfahrtstor oder der Belag der Zufahrt einmal erneuert werden müssen. 

Gibt es noch eine andere Möglichkeit? 

Um allen Unklarheiten oder Streitigkeiten vorzubeugen kann auch vom vorderen Grundstück ein ausreichend breiter Streifen abgetrennt und dem hinteren Grundstück zugeschlagen werden. In diesem Fall entsteht das sogenannte Hammergrundstück, da die Form des hinteren Grundstücks mit der Zufahrt an einen Hammer erinnert.

Fazit: 

Wer sich für ein dienendes oder herrschendes Grundstück interessiert sollte unbedingt beachten, dass die Vereinbarungen zum Wegerecht klar sind. Je eindeutiger das Wegerecht definiert ist, desto eher beugen Sie Streitigkeiten vor – etwa zur Räumung der Zufahrt bei Schnee und Eis.